Ludwig und die ungemähte Stelle

Ludwig und die ungemähte Stelle - Adobe STock

An jenem Samstag, als über dem Niederrhein eine so geschlossene Wolkendecke hing, dass man sie eigentlich hätte als Dachsteuer ansetzen können, beschloss Martha Klinkenberg, ihren Mann zu vermissen. Es war halb zehn, eine Zeit, zu der Horst normalerweise schon dreimal durchs Wohnzimmer gelaufen war, um zu schauen, ob der Kaffee „jetzt endlich durch“ sei.

Stattdessen war im Haus eine merkwürdige Leerstelle. Nur der Geschirrspüler brummte, die Standuhr behauptete trotzig, es sei fünf vor neun, und irgendwo draußen machte der Rasenmähroboter dieses leise summende Geräusch, das so tat, als sei Ordnung etwas, das man in Streifen schneiden könne.

Martha schob den Vorhang zur Seite. Der Garten lag da wie immer: leicht beleidigte Hecke, entschlossener Kirschbaum, ein Beet, in dem seit Jahren nichts so richtig wusste, ob es leben oder sterben wollte. Und mittendrin zog der Roboter seine Bahnen. Ein flacher, grüner, zylinderartiger Klotz, den Horst „Ludwig“ genannt hatte.

Dass der Rasenmähroboter Ludwig hieß, war nur der letzte Punkt auf einer langen Liste von Dingen, über die Martha nicht mehr diskutierte.

Ludwig fuhr unbeirrt seine Route. An der Terrassenkante entlang, mit einem entschlossenen „brrr“, dann ein angedeuteter Schwung um den Vogeltränkenfuß, anschließend der große Bogen am Komposthaufen vorbei. Jedes Mal, wenn er dort ankam, ruckte er kurz, als überlege er: Soll ich? Soll ich nicht? Dann fuhr er weiter, als sei ihm eingefallen, dass Nachdenken nicht in seiner Betriebsanleitung vorgesehen war.

Martha runzelte die Stirn. Irgendetwas stimmte nicht.

Da war eine Stelle im Rasen – gar nicht weit von der alten Wäschespinne –, die Ludwig sorgfältig mied. Er fuhr schnurgerade darauf zu, hielt knapp davor an, summte kurz, drehte ab, machte eine exakte, fast pedantische Schleife, und setzte dann seine Bahn fort. Immer die gleiche Lücke, als hätte jemand ein unsichtbares „Betreten verboten“-Schild aufgestellt.

„Horst?“, rief Martha in den Flur hinein.

Keine Antwort.

Der Roboter summte weiter, zuverlässig, gleichgültig, fleißig. Martha hörte ihn durch die geschlossene Terrassentür, dieses beharrliche Geräusch, das seit zwei Jahren mindestens so präsent in ihrem Leben war wie Horsts Schnarchen. Man konnte, wenn man die Augen schloss, nicht sicher sagen, was einen mehr in den Wahnsinn trieb.

Sie ging durch die Küche, am Kühlschrank vorbei, in dem Joghurtbecher lebten, deren Haltbarkeitsdatum bereits ein politisches Thema hätte sein können. Kein Horst. Im Wohnzimmer: zwei Sessel, ein Fernseher, ein Sofa, auf dem sich Kissen sammelten wie Ausreden. Kein Horst.

Die Terrassentür war nur angelehnt.

Das war sie nie.

Martha blieb einen Moment davor stehen, als hätte sie die Tür ertappt. Dann schob sie sie auf.

Der Garten roch nach feuchter Erde und dem vagen Versprechen, dass bald wieder irgendetwas blühen würde, was dann die Nachbarn kritisieren konnten. Der Rasen war noch leicht vom Tau dunkler, außer in den Spuren, in denen Ludwig bereits gefahren war. Eine hellere, ordentliche Zeichnung, als hätte jemand ein Lineal über das Gras gelegt.

Und dort, wo Ludwig seine merkwürdige Schleife machte, lag Horst.

Er lag auf dem Rücken, ein Arm seltsam von sich gestreckt, der andere halb angewinkelt, als habe er versucht, sich zu erinnern, wie man sich elegant hinlegt, und sei dann mitten im Versuch gestorben. Seine Brille hing schief, sein Gesicht zeigte einen Ausdruck, den Martha bei ihm lange nicht gesehen hatte: Stille, nicht als Pause, sondern als endgültiger Zustand.

Neben seiner Hand lag ein Schraubenzieher. Ein großer, ernster Schraubenzieher, der aussah, als könne er mindestens drei Ehen retten oder ruinieren, je nachdem, wie man ihn verwendete. Ein Stück weiter entfernt lag das Kabel der alten Gartensteckdose lose im Gras; der Stecker war nur halb eingesteckt, als hätte ihn jemand überrascht, bevor er seine Aufgabe zu Ende bringen konnte.

Martha blieb zuerst einfach stehen. Ihr erster Gedanke war: Typisch, er lässt wieder alles liegen. Ihr zweiter Gedanke war, dass dieser erste Gedanke womöglich unangebracht sein könnte.

„Horst?“, sagte sie, aber leiser, als wolle sie die Situation nicht aufscheuchen.

Er antwortete nicht. Die einzige Reaktion im Garten war das monotone „brrr“ von Ludwig, der exakt in diesem Moment wieder auf seine Schleife zusteuerte, einen knappen halben Meter vor Horsts Schuhen abbremste, kurz summte, ein wenig nach links drehte und weiterfuhr – mit so demonstrativer Gleichgültigkeit, dass es fast beleidigend war.

Martha starrte erst auf ihren Mann, dann auf den Roboter. Durch ihr Bewusstsein huschte der absurde Gedanke, dass wenigstens jemand in diesem Haushalt noch wisse, was seine Aufgabe sei.

Sie schrie nicht. Nicht, weil sie besonders tapfer gewesen wäre, sondern weil sie Schreien grundsätzlich für etwas hielt, das man in Häusern mit Laminatboden tut, nicht mit Teppich in der Diele. Stattdessen sagte sie mit derselben Stimme, mit der sie früher Horst informiert hatte, dass der Aufschnitt alle sei: „Das ist jetzt sehr unpraktisch.“

In diesem Moment klingelte es an der Haustür.

Die Nachbarin von gegenüber, Gisela Reimers, war eine Frau in einem Alter, in dem man aufhörte, sich dafür zu rechtfertigen, alles mitzubekommen. Sie hatte jene Form von hellwacher Müdigkeit im Blick, die Menschen entwickeln, die ihr ganzes Leben am selben Ort verbringen und trotzdem nichts verpassen wollen.

„Martha?“ Gisela steckte den Kopf zur Terrassentür herein, die Martha anscheinend offengelassen hatte. „Alles in Ordnung? Der Ludwig fährt heute so komisch.“

Martha drehte sich zu ihr um. „Wie bitte?“

„Der Roboter“, sagte Gisela und zeigte Richtung Garten. „Der macht da hinten so ’ne Lücke. Horst hat das doch sonst immer so eingestellt, dass der alles mitnimmt, wie bei diesen Eisenbahnen. Und jetzt…“

Sie sah Horst.

Es war bemerkenswert, wie schnell sich das Gesicht eines Menschen verändern konnte, wenn es plötzlich eine Leiche sah. Gisela schnappte einmal kurz nach Luft, nicht sehr laut, eher wie jemand, der feststellen muss, dass die Milch sauer ist.

„Ich ruf den Notarzt“, sagte sie automatisch. Und dann, nach einem Blick auf Ludwig, der wieder seine seltsame Umrundung machte: „Und vielleicht… die Polizei.“

Die Polizei in der niederrheinischen Stadt, in der Horst und Martha lebten, war an Samstagen in einer ähnlichen Verfassung wie der Ort selbst: anwesend, aber nur begrenzt motiviert. Kommissar Andreas Brehm war allerdings froh über jede Unterbrechung. Sein Privatleben war in letzter Zeit so leise geworden, dass er in der Kantine angefangen hatte, die Inhaltsstoffe der Ketchup-Tütchen zu lesen.

Eine knappe halbe Stunde später stand er im Garten der Klinkenbergs. Der Notarzt war schon wieder weg, mit diesem professionell bedauernden Gesichtsausdruck, den Menschen bekommen, wenn sie dafür bezahlt werden, der Realität schlechte Nachrichten zu überbringen.

„Treppenstürze, vom Keller hoch, dann vermutlich Kreislauf, raus auf den Rasen, frische Luft schnappen wollen, zack“, hatte er gemurmelt. „Oder andersrum. Herz, dann Sturz. Ist aber so oder so zu spät.“

Nun lag Horst noch immer da, sorgfältig mit einem Tuch abgedeckt, das seine Konturen eher betonte als verbarg. Und Ludwig fuhr auf seinen Bahnen, als handle es sich um eine besonders anspruchsvolle Prüfung.

„Der fährt um ihn rum“, sagte Gisela halblaut, mehr zu sich selbst als zu irgendwem anders. „Immer um ihn rum. Das ist doch nicht normal.“

„Der Roboter“, stellte Brehm sachlich fest, „scheint einen Hindernissensor zu haben.“

Er beobachtete, wie Ludwig in die problematische Zone einfuhr, voreinander liegende Opfer: Rasen, Leiche, Roboterprogramm. Der Mäher rollte vor, stoppte knapp neben Horsts Schulter, brummte ein wenig, drehte ein paar Zentimeter nach links und fuhr weiter, den Körper wie ein Möbelstück behandelnd, das der Gartengestaltung widersprach.

„Horst hat den immer ganz genau eingestellt“, sagte Martha. Sie stand mit gefalteten Händen neben der Terrassentür, als sei sie für den Garten nur zu Besuch hier. „Dienstags, Donnerstags, Samstags. Und er hat immer gesagt: Der fährt alles ab, da bleibt keine Stelle übrig.“

„Nur heute“, murmelte Gisela. „Heute lässt er was übrig.“

Brehm machte sich eine Notiz, obwohl das mit dem Roboter vermutlich für kein Formular der Welt relevant sein würde. Polizisten schreiben besonders gern dann, wenn sie nicht wissen, was sie tun sollen.

Drinnen, am Küchentisch, stellte Brehm die gewohnten Fragen: Vorerkrankungen, Medikamente, Alkohol, Streitigkeiten, plötzliche Lebensveränderungen. Martha antwortete sachlich, als ginge es um Müllabfuhrtermine.

„Er wollte neulich ’nen Hochbeet-Bausatz aus dem Baumarkt holen“, sagte sie. „Das war so ziemlich das Wildeste schon seit Jahren.“

„Gab es… Feinde?“, fragte Brehm, weil man das fragen muss.

„Horst?“, sagte Gisela von der Tür her. „Wenn er Feinde hatte, dann in irgendeinem Internetforum, wo alte Männer sich über neue Schraubensysteme aufregen.“

„Gisela“, sagte Martha. „Bitte.“

„Entschuldigung“, sagte Gisela, ohne es zu meinen.

Brehm schnippte mit dem Kugelschreiber. „Und der Roboter – wer bedient den?“

„Horst“, sagte Martha. „Ich drücke manchmal auf ‚Stop‘, wenn ich meine Ruhe haben will. Alles andere ist… war seine Sache.“

„Konnte er an der Elektrik rumfummeln?“, fragte Brehm.

„Er hat an allem rumgefummelt“, sagte Martha. „Aber es ist meistens gut gegangen. Bis heute. Er sagt immer, er war beruflich Ingenieur.“

Brehm dachte an das lose Kabel, den Schraubenzieher, den leichten Brandgeruch, den er draußen auf dem Rasen wahrgenommen hatte. Nichts Konkretes, eher ein Hauch von „Das hier war keine gute Idee“.

„Und die Zeit?“, fragte er. „Wann haben Sie ihn zum letzten Mal gesehen?“

„Gestern Abend“, sagte Martha. „Er wollte noch kurz ‚unten was fertig machen für den Garten morgen‘. Später habe ich ihn schnarchen gehört. Dachte ich. Vielleicht war es auch…“ Sie sah kurz zum Fenster, wo Ludwig wieder mit mildem Starrsinn eine perfekte Kurve zog. „…der Roboter.“

Die rechtsmedizinische Untersuchung würde später zu dem Ergebnis kommen, dass Horst an einer Mischung aus Herzversagen und Stromschlag gestorben war. Die Reihenfolge blieb unklar, was alle Beteiligten beruhigender fanden, als sie es zugeben wollten. Es gab keine eindeutigen Spuren von Fremdeinwirkung; der Schraubenzieher trug nur seine Fingerabdrücke, das Kabel wies Schmorstellen auf, die zu Horsts bekannten Ambitionen in Sachen „Ich mach das selber“ passten.

Der Fall wurde als tragischer Unfall geführt.

Nur Brehm saß zwei Tage später noch im Büro und blätterte durch die Fotos. Auf einem sah man den Rasen von oben: das orthogonale Muster von Ludwigs Bahnen, akkurat wie das Notenblatt eines sehr monotonen Liedes. Und mittendrin eine ungemähte Insel, auf der Horsts Umriss zu erkennen war – ein Negativbild, das im Gras zurückgeblieben war.

„Der Roboter“, murmelte Brehm. „Hat ihn nicht erwischt. Nicht mal aus Versehen.“

Es war völlig logisch: Sensoren, Hinderniserkennung, Sicherheitsvorschriften. Trotzdem blieb da dieses kleine, hartnäckige Gefühl, dass die Maschine mehr Rücksicht genommen hatte, als man ihr zugestehen wollte.

Martha stellte drei Wochen später Ludwigs Timer um. Der Roboter fuhr nun nicht mehr Dienstags, Donnerstags und Samstags, sondern „an Tagen, an denen ich es nicht so mitkriege“, wie sie Gisela erklärte. Also vor allem vormittags, wenn sie einkaufen war oder beim Friseur oder bei einem der Ärzte, die ihren Kalender neuerdings interessanter fanden als sie selbst.

Der Rasen hatte sich von dem Schock erholt. Die ungemähte Insel, auf der Horst gelegen hatte, war nach und nach verschwunden, nicht aus Erinnerung, aber aus Graslogik. Ludwig fuhr jetzt wieder überall, auch über jene Stelle, die er damals ausgelassen hatte. Der Sensor hatte neu kalibriert, die Welt war wieder glatt.

Beim Beerdigungskaffee war der Roboter trotzdem Thema. Der Pastor war ein freundlicher Mann mit einem Gesicht, das so wirkte, als sei es hauptsächlich dafür gemacht, Verständnis zu zeigen.

„Und dann lag er da, mitten aufm Rasen“, berichtete Gisela in einer Lautstärke, die den Rahmen des christlichen Trostes etwas sprengte. „Und der Ludwig ist immer so – drum rum. Ganz vorsichtig. Das müssen Sie sich vorstellen, Herr Pastor!“

„Moderne Technik“, sagte der Pastor und rührte in seinem Kaffee, als hoffe er, dort eine passende Reaktion zu finden. „Hat… viele Facetten.“

Ludwig fuhr just in diesem Moment an der Terrassentür vorbei, stieß leicht an den Rahmen, ruckte zurück und zog seine Bahn weiter. Das Summen drang in die Küche, gedämpft und doch hartnäckig.

„Er ist sehr zuverlässig“, sagte Martha und wusste nicht genau, wen sie meinte.

Als alle gegangen waren und das Haus zu seiner neuen Normalität zurückgefunden hatte, setzte sie sich in Horsts alten Sessel – oder, wie sie ihn inzwischen nannte, „den freien Platz“. Die Terrassentür stand einen Spalt offen. Man hörte Ludwig noch, wie er die letzten Bahnen zog. Ein monotones, beruhigendes Summen, fast so, als würde jemand sehr leise singen. Ein Lied ohne Melodie, aber mit Überzeugung.

Sie dachte an den Vormittag, an Horst im Gras, an Gieselas Satz: „Der Ludwig fährt heute so komisch.“ Dieses Ausweichen, die sorgfältige Schleife um den Körper herum, das ungemähte Rechteck wie ein letzter Respekt.

Natürlich war es nur Technik. Sensoren, Algorithmen, Herstellerangaben. Der Roboter hätte genauso gut um einen umgefallenen Gartenschlauch einen Bogen gemacht. Ludwig trug kein Geheimnis in sich, keine Botschaft und schon gar kein Mitleid. Er tat nur, wofür er gebaut worden war: Er ignorierte alles, was kein Gras war.

Es war eine Haltung, die Martha auf eine seltsame Weise tröstlich fand.

Am Niederrhein senkte sich der Abend über die Reihenhäuser, als hätte jemand den Dimmer gefunden, von dem niemand mehr wusste, wo er war. Auf den Terrassen gingen nach und nach die Lichter an, irgendwo lief eine Schlagersendung, irgendwo stritten Leute leise, irgendwo fragte ein Kind, warum Sterne so weit weg seien.

Im Garten der Klinkenbergs fuhr Ludwig noch eine letzte Schleife, über die Stelle hinweg, an der Horst gelegen hatte, nun wieder nur ein Stück Rasen unter vielen. Dann kehrte er zu seiner Ladestation zurück, dockte an, summte kurz ein anderes Geräusch und wurde still.

Wenn es so etwas wie einen Mittelpunkt des Universums gab, dachte Martha, während sie die Terrassentür schloss, dann lag er vermutlich irgendwo zwischen der Stelle im Gras, an der er gestorben war, und der Ladestation dieses dummen, stur pflichtbewussten Roboters. Und das Universum hatte entschieden, sich nicht weiter dazu zu äußern.

Sie machte das Licht aus. Draußen würde das Gras weiter wachsen.

Weiterlesen

Gunnar und die fleischfressende Pflanze

Gunnar mit Pflanze

Es ist eine allgemein bekannte, allerdings selten öffentlich diskutierte Wahrheit, dass Menschen mit Pflanzen nur so lange befreundet sein können, wie sie nicht anfangen, ihnen Vorsätze zu geben. Das gilt im Besonderen für fleischfressende Exemplare, die ohnehin ihren eigenen ethischen Katalog besitzen – man könnte sagen, sie sind von Natur aus kantianischer als die meisten Menschen, nur mit einem anderen Imperativ.

Gunnar wusste das nicht, als er im Gartencenter stand, vor der Regalwand mit den neonbedruckten Sprühflaschen, die alle das Versprechen enthielten, so etwas wie „Insektenfreiheit“ und „Luftbefeuchtung“ zu gleichzeitig herbeizuzaubern, was, wenn man es genauer betrachtet, ein paradoxes Angebot ist: Man kann nicht die Luft befeuchten und die Insekten aus ihr verbannen, ohne am Ende mit einer sehr feuchten, sehr leeren Luft dazustehen, in der selbst die Gedanken quietschen.

Gunnar hatte einen anstrengenden Monat hinter sich. Es war nicht die Arbeit – zumindest nicht die Arbeit in der Form, in der sie auf dem Papier stand –, sondern die Arbeit in der Form, in der sie mit Leuten zu tun hatte, die darüber reden wollten, wie die Arbeit auf dem Papier steht. Es gibt Menschen, die sind so sehr in die Idee einer Sache verliebt, dass sie jede Ausführung schon als Verrat empfinden.

Gunnar war nicht verliebt; er war systematisch. Er hatte einen Plan: eine Pflanze anschaffen, um das Wohnzimmer „lebendiger“ wirken zu lassen, wie es in einem Artikel hieß, den er nur halb gelesen hatte, zwischen zwei beruflichen E-Mails, die beide das Wort „Synergien“ enthielten, einmal pluralistisch und einmal ungefähr so, als wäre es eine Droge. Der Artikel hatte außerdem behauptet, dass Grün im Raum die Herzfrequenz senke. Gunnar mochte sein Herz so, wie es war, aber er mochte die Idee, etwas in den Raum zu stellen, das nicht sofort Feedback brauchte.

Vor der Abteilung „Exoten“ blieb er stehen. Die Verkäuferin, deren Namen auf ihrem Schild stand, aber so unleserlich war, als wolle er sich absichtlich der späteren Erinnerung entziehen, wies mit einer sanften Geste auf etwas, das wie ein zusammengefaltetes Schlauchboot aussah, nur dass es weniger für Sommerfreuden und mehr für die methodische Verarbeitung von Eiweiß bestimmt schien. „Nepenthes gigantea“, sagte sie, als hätte sie das schon oft gesagt. „Man muss sie mögen, sonst mögen sie einen nicht zurück.“ Das war eine merkwürdige Formulierung, aber Gunnar fand sie tröstlich. Er hatte Erfahrung mit Dingen, die ihn erst einmal nicht mochten.

Die Pflanze war, in ihrer Gesamtheit, ebenso imposant wie unpraktisch. Ihre Kannen hingen wie die Geduld alter Lehrkräfte, die irgendwann zu einem schweren Schmuckstück geronnen ist, das man aus Pflicht trägt. Gunnar dachte, sie rieche nach Tri Top, jenem synthetischen Orangenkonzentrat, das in Familien, die sich Tapeten leisten, in den 80ern einmal pro Woche zum Frühstück gereicht wurde. Vielleicht war es auch einfach der Raum, in dem zu viele Dinge gleichzeitig riechen wollten: Erde, Plastik, Menschen, die sich bemühen, neutral zu sein.

Er nannte die Pflanze Kassandra. Das war nicht originell, aber funktional. Er wollte kein „Fleischi“ oder „Kanni“. Er nahm sie mit, obwohl die Verkäuferin ihm eine Broschüre in die Hand drückte, deren Titel – „Freundschaft mit der Karnivore“ – ihn an so etwas wie einen Kurs erinnerte, den man nie beginnen sollte, weil das Zertifikat später nur Auskunft darüber gibt, dass man ihn begonnen hat.

Zuhause stellte Gunnar Kassandra an das große Fenster, das morgens die Sonne hereinließ und nachmittags den Blick auf die gegenüberliegende Fassade, die aus Gründen, die niemand so richtig benennen konnte, frisch gestrichen worden war. Das Haus gegenüber war die Sorte Haus, die so tut, als sei sie nur aus Versehen auf die Welt gekommen: freundlich, aber mit einer latenten Hilflosigkeit in den Simsen.

Gunnar goss, sprühte, las die Broschüre, legte sie weg, nahm sie wieder auf und legte sie erneut weg, weil ein Absatz behauptete, man solle der Pflanze „Vertrauen schenken“. Pflanzen sind nicht sehr vertrauensbasiert. Sie nehmen, was sie kriegen, und je weniger man ihnen erklären will, was man tut, desto besser gedeihen sie.

Die ersten Tage waren friedlich. Kassandra öffnete ihre Kannen, als würde sie nicht öffnen, sondern die Möglichkeit eines Öffnens andeuten: ein bisschen labial, ein bisschen mechanisch. Es war eine Art Mikrodrama, das Gunnar gern beobachtete, obwohl er sonst eher für Dinge mit klaren Akten zu haben war. Er begann, der Pflanze kleine Fliegen zu zuführen – nicht aktiv, er ist kein Priester –, aber er ließ das Fenster offen und verzichtete auf den Diffusor mit dem Duft „Büro 1998“, den er sich einmal aus Ironie gekauft hatte und der dann leider doch zu seiner Duftsignatur geworden war.

Es gibt eine Grenze, ab der Freundschaft mit einer fleischfressenden Pflanze weniger eine Frage des guten Willens ist als der Logistik. Gunnar bemerkte das an einem Dienstag, als Kassandra eine Wespe verarbeitete, die sich, wie alle Wespen, hartnäckig für unersetzlich hielt. Die Wespe tanzte, die Kanne stoppte, dann das Flüstern chemischer Prozesse, die in der Broschüre mit „Verdauung“ bezeichnet waren, was so tat, als sei das eine normale Sache, die man in fremden Wohnzimmern ruhig beim Namen nennen dürfe.

Gunnar war fasziniert, nicht von der Wespe, sondern von der Konsequenz der Pflanze. Es gibt Freundschaften, die genau darin bestehen, dass einer immer das zu Ende bringt, was der andere angefangen hat. Zum ersten Mal seit langem fühlte Gunnar sich mit einem Hausgenossen in einer Sache einig.

Dieses Einigsein hatte beiläufige Wirkungen. Gunnar begann, aufmerksamer zu sein für die kleinen Züge des Lebens, die bisher unter seinem Radar geblieben waren. Er kaufte einen anderen Mülleimer, der besser schloss, nicht aus Sorge vor Kassandra, sondern weil er plötzlich den Mülleimer als ein soziales Wesen betrachtete, das man nicht grenzenlos zum Stinken zwingen sollte.

Er beendete zwei E-Mails, statt sie zu speichern. Er ging an einem Samstag früh auf den Markt, kaufte fünf Aprikosen, weil er die Idee, fünf Aprikosen zu kaufen, mehr mochte als die Aprikosen selbst, und gab einem Mann am Fischstand den Tipp, die Preisetiketten nicht zu laminieren, denn deren Reflexionen entmutigen. Der Mann sagte, er werde darüber nachdenken.

Kassandra wuchs. Sie wuchs nicht wie ein Kind – Kinder wachsen, als wollten sie eine Beleidigung beweisen –, sondern wie ein Möbelstück expandiert, das sich bei der Lieferung verkleinert dargestellt hat. Die Kannen wurden größer, die Abstände zwischen den Ereignissen kleiner.

Gunnar entwickelte eine Routine. Morgens sprühte er, mittags leichter Nebel, abends sprach er, nicht so sehr in der Absicht, gehört zu werden, sondern um die Sätze am Tag zu lassen, wo sie hingehören. Er sagte Dinge wie „In der E-Mail von Larissa war das Komma falsch gesetzt, und trotzdem hatte sie Recht“ oder „Es ist erstaunlich, wie viel Wirbel man um ein Einrichtungsgegenstand machen kann, den man nie angeschafft hat“, womit er die Couch meinte, die er einmal gekauft und nie wirklich benutzt hatte, weil sie zu sehr an ein Versprechen erinnerte.

Eines Tages geschah etwas, das man unter „dramatische Wendung“ verbuchen könnte, wenn man der Geschichte das Flair eines ergriffenen Publikums gönnen möchte. In Wirklichkeit war es nur eine Folgerichtigkeit. Gunnar hatte ein Paket bekommen, das Paketband quälte ihn. Er nahm die Haushaltschere, schnitt, und die Schere machte diese kleine selbstzufriedene Bewegung, die alle Scheren machen, wenn sie glauben, sie hätten wieder einmal einen Menschen aus der Abhängigkeit vom Paketband befreit.

Gunnar legte sie auf das Fensterbrett, und Kassandra, die einen Sinn für Gelegenheit entwickelt hatte, entschied sich, einem ihrer Kannen zu erlauben, die Schere ein wenig näher zu begrüßen, nicht als Mahlzeit, sondern als Membran. Es gibt Begegnungen, die sind nicht Begegnung, sondern ihr Gegenteil. Gunnar lachte und sagte laut: „Nein, Kassandra, wir essen keine Haushaltsgegenstände.“ Das ist eine sehr alberne Sache zu sagen und doch eine der wenigen Dinge, die man sagen darf, wenn man allein mit einer Pflanze ist.

Die Nachbarin von zwei Stockwerken über Gunnar, eine Frau, die sich äußert, als sei die Sprache eine Art harter Käse, den man mit Mühe in Scheiben bekommt, bemerkte die Pflanze, als sie einmal bei Gunnar klingelte, weil sie ein Paket für ihn angenommen hatte. „Das da“, sagte sie, „ist nicht gesund.“ Gunnar fragte, ob sie ihn oder die Pflanze meine. Sie sagte, „Beides.“ Das war eine Antwort, die, je mehr man darüber nachdenkt, desto weniger optional wirkt.

Gunnar bedankte sich und dachte an die Broschüre, die eine Rubrik „Vorurteile“ hatte, in der stand: „Fleischfressende Pflanzen können sehr gute Freunde sein. Sie hören zu.“ Gunnar hatte bisher nicht bemerkt, dass Kassandra zuhörte. Er begann mit Experimenten. Er erzählte ihr von seiner Jugend in der Stadt, von dem Lehrer, der immer „Jungens!“ rief, wenn er eigentlich „Jungs“ meinte, und von einer Biene, die er einmal aus einem Spinnennetz befreit hatte, ohne zu wissen, ob das eine gute Tat war oder ein Eingriff in eine zusammenhängende Geschichte, die nicht ihm gehörte.

Kassandra reagierte nicht, zumindest nicht in der Weise, die man als Reaktion klassifizieren würde, wenn man schon einmal mit dem Begriff „Kommunikation“ verheiratet war. Sie tat das, was sie dauernd tat: Sie hielt eine Möglichkeit offen. Ihre Kannen schimmerten etwas anders, wenn Gunnar vom Büro sprach. Sie schlossen sich ein wenig schneller, wenn er das Wort „Meeting“ sagte. Er begann, das zu beachten, obwohl er sich gleichzeitig vornahm, nichts dabei zu denken. Menschen sind schlecht darin, nichts zu denken.

An einem Mittwoch kam die Sache zu einer Art Höhepunkt, nicht, weil mittwochs historisch viel passiert, sondern weil Gunnar sich angewöhnt hatte, mittwochs den Müll runterzubringen, und Gewohnheiten, die man nicht reflektiert, erzeugen die dramatischen Konstellationen aller Tragödien. Im Müllsack war eine Packung mit Hackfleischresten, die er hätte gleich entsorgen sollen, aber der Kühlschrank hatte die Bemerkung gemacht, dass Haltbarkeit eine flexible Ansichtssache sei.

Gunnar öffnete das Fenster, der Geruch war – wie soll man sagen – argumentativ. Kassandra bewegte sich minimal; das kann man nicht beweisen, aber man glaubt es, wenn man dabei ist. Eine der größeren Kannen glitt über die Fensterbankkante und blieb dort hängen, als hätte sie einen Fuß gesetzt. Gunnar, inzwischen vertraut mit dem Gleichgewicht von Dingen, die Beine nur im übertragenen Sinne besitzen, entschied, dass er die Kanne stützen müsse.

Er tat es, und in diesem Moment, wie sich das gehört, wenn man das Aufkommen von Dingen antizipiert, fiel ein kleiner Fliegensturm aus dem Müllsack und geriet, wie alle Stürme, in den Rausch der falschen Richtung. Es ist erstaunlich, wie schnell sich eine fleischfressende Pflanze entkrampft. Kassandra nahm, was ihr zustand, und Gunnar hielt die Kanne, als würde er ein heikles Glas an seinen Platz zurückführen, und sagte „So“, auf die Weise, wie man „So“ sagt, wenn man eine Sache beenden will, die sich gerade erst begonnen hat.

Später, als der Müll draußen war und die Küche wieder in ihre moralisch neutrale Stellung zurückgekehrt war, setzte Gunnar sich hin und schrieb eine E-Mail, die er nicht schreiben musste. Er entschuldigte sich bei einem Kollegen, den er in einer Besprechung übergangen hatte, nicht aus Schuld, sondern aus Stil. Der Kollege schrieb zurück: „Ich habe das gar nicht gemerkt.“ Gunnar las das und dachte an Kassandra. Freundschaften sind dazu da, dass man Dinge merkt, die anderen nicht auffallen. Er betrachtete die Pflanze und bemerkte wieder dieses kleine Schimmern an der Kannenlippe, das ungefähr so bedeutungsvoll war wie die leichte Veränderung im Tonfall eines Radiosprechers, wenn die Nachrichten zu Ende sind und der Verkehr beginnt.

Die Nachbarin brachte später Pflanzenfutter vorbei, das sie für „die Kreatur“ gekauft hatte, wie sie sagte, und er nahm es, nicht aus Bedarf, sondern um zu zeigen, dass er Bedürfnisse anerkennt, auch wenn sie nicht seine sind. Er las die Aufschrift und schüttelte dann eine winzige Menge in die größte Kanne. Es gab keinen dramatischen Effekt. Kassandra war nicht die Sorte Kreatur, die für das Publikum arbeitet. Gunnar fühlte sich in diesem Moment freundschaftlich geborgen. Es ist angenehm, wenn jemand nicht alles auf die Bühne trägt.

Eines Abends, Monate später, kam Gunnar nach Hause und stellte fest, dass Kassandra eine der kleineren Kannen verloren hatte. Das ist normal, aber es hat die Art von Normalität, die Menschen gern als Symptom lesen. Er spürte eine Sorge, nicht für die Pflanze, sondern für die Möglichkeit, dass er, ohne es zu beabsichtigen, eine Beziehung vernachlässigt hatte, die keine Forderungen stellt, aber Aufmerksamkeit braucht.

Er setzte sich, sprach, sprühte, wartete. Er erzählte von der Nachbarin, die inzwischen nur noch „die Sache“ sagte, wenn sie Kassandra meinte, und von einem Mann im Bus, der auf seinen Hut pochte, weil der Hut etwas Ungehöriges gesagt hätte. Er erwähnte ein Eis, das er nicht genommen hatte, weil es seiner Vorstellung von Waage nicht entsprach. Die Kannen schlossen sich normal. Gunnar beruhigte sich. Es gibt Beziehungen, in denen die größte Geste die Normalität ist.

In dem Jahr, in dem Gunnar Kassandra hatte, machte er eine Reise in die Nähe eines Waldes, der von sich behauptete, ein Nationalpark zu sein. Es war ein Wald wie alle anderen, nur mit Schildern, die die Namen der Wege verrieten, als wären Wege so etwas wie prominente Personen. Er sah eine fleischfressende Pflanze, klein, in Torf, mit einer Geduld, die im Boden lag. Er fühlte kein Verrat. Er dachte: Es ist gut, wenn es andere gibt. Zuhause sprühte er.

Zum Schluss – falls Geschichten einen Schluss brauchen – das ist umstritten –, saß Gunnar eines Sonntagabends am Fenster und betrachtete die Straße, die leider ziemlich gut darin war, Straße zu sein. Kassandra lehnte, wie eine Person lehnen kann, die keine Schultern hat, und Gunnar sagte etwas wie: „Wir sind uns ähnlich, wir nehmen nichts persönlich, aber einiges ernst.“ Das ist eine heikle Eigenschaft.

Er schaltete die Stehlampe an, die ein sanftes Licht warf, als wolle sie nichts hervorheben. Draußen lachte jemand, innen hörte jemand auf zu lachen, und die Pflanze schlief, soweit Pflanzen schlafen. Gunnar dachte an die Broschüre, an den Satz „Fleischfressende Pflanzen können sehr gute Freunde sein. Sie hören zu.“ Er korrigierte ihn in seinem Kopf: „Fleischfressende Pflanzen sind sehr gute Freunde, wenn man aufhört, ihnen zuzuhören, wie man Menschen zuhört. Man hört ihnen zu, wie man dem Wetter zuhört – man nimmt es zur Kenntnis, man regnet nicht zurück.“

Später, als er bereits im Bett lag und die Stadt das Geräusch machte, das Städte machen, wenn sie sich leise selbst applaudieren, stand Gunnar noch einmal auf, ging zum Fenster und sah nach Kassandra. Sie war da, unverrückt, in einer Pose, die nichts versprach und alles garantierte. Er sagte: „Morgen früh“, eine der zuverlässigsten Lügen überhaupt, und wusste gleichzeitig, dass manche Lügen nur deshalb Lügen sind, weil die Zeit ihre Form nicht versteht. In Freundschaften mit Pflanzen ist das ein erheblicher Vorteil.

Er schlief ein, und die Pflanze, die keine Bücher liest und keine E-Mails schreibt und keinen Fischstand berät, tat genau das Richtige: Sie blieb, wo sie war, und wartete auf die nächste Gelegenheit, das zu tun, was sie am besten kann – hier sein, während sie nimmt.

Und Gunnar, der gelernt hatte, dass Freundschaft manchmal einfach ein Arrangement aus Geduld und leiser Bestätigung ist, wachte am nächsten Morgen auf, sprühte, sprach, schwieg und brachte den Müll raus, obwohl nicht Mittwoch war. Die Stadt war wieder dieselbe und doch nicht, die Kannen waren wieder geöffnet und doch nicht, und im Fenster war ein Stück Welt, das Gunnar und Kassandra, ohne Absicht und ohne Vertrag, gemeinsam betreuten. Das ist viel. Manche Leute bekommen dafür Preise. Andere kaufen eine Broschüre. Gunnar hatte beides nicht nötig. Er hatte Kassandra. Und Kassandra hatte, in einer Mäßigung, die man nur als Stil bezeichnen kann, Gunnar.

Weiterlesen

Buchempfehlung – Die Glocke

Die Glocke - Thies Thiessen

Die Glocke - Thies Thiessen
Die Glocke – Thies Thiessen

Die Glocke: Ich bin mir beim und nach dem Lesen des Werks von Thies Thiessen nicht ganz klargeworden, ob das Buch auch für Nichtnorddeutsche geeignet ist. Die Mentalität des Nordens zwischen Melancholie und recht schwarzem Humor ist schon recht eigen – Verständnis finden die Nordlichter allenfalls im hohen Skandinavien oder in England.

Die Glocke

Gleichwohl bin ich der Meinung, dass es nach der Überflutung des Landes durch mundartliche Filme und Musik aus dem Süden jetzt Zeit ist, zurückzugeben, was dem Süden fehlt: Nordic Talking.

Thies Thiessen beschreibt die Monotonie des Landlebens in einer Gegend, wo man weiter gucken kann, als man denken möchte. Und wie sich Heranwachsende in dieser Welt orientieren zu lernen üben müssen. Mit der Eintönigkeit des Alltags zurechtkommen – ohne dabei wesentliche Worte verlieren zu müssen. Umgeben von Menschen, die Liebe und Zuneigung nicht gerade überschwänglich ausdrücken.

Ich verzichte darauf, den Inhalt wiederzugeben. Dazu sind die Beschreibungen auf der Klappe und in den Shops zu gut. Ich kann das Buch allen empfehlen, die die nordische Mentalität schätzen und lieben – oder das noch lernen wollen. Es lohnt sich …

Ich empfehle Osiander – die zahlen hier Steuern, bilden aus und versenden Bücher wie andere auch … https://www.osiander.de/webdb/index.cfm?osiaction=details&id=TMEDT0153.9783944818337_v268059_e&source=UWK

 

 

Weiterlesen

Bugwelle und Kielwasser

Bugwelle und Kielwasser
Bugwelle und Kielwasser

Wenn ein Schiff das Wasser teilt, entsteht vorn die Bugwelle mit schäumender Gischt und hinten das Kielwasser, relativ glatt und leise gurgelnd – jedoch mit einem gefährlichen, fast unsichtbaren Sog. Die Wirtschaft ist mit Ihren Menschen recht ähnlich. Es gibt Macher, angestellt oder selbständig, die mit Schwung und Dynamik immer wieder neue Wellen schlagen und es gibt solche, die sich lieber hinten anhängen und sich im Kielwasser mitziehen lassen

Bugwelle

Bugwellen drängen nach vorne, sie sind für Neues gut. Sie hinterfragen nicht, ob ihr Handeln richtig sein könnte, sie setzen es einfach um. Sie sind Motor. Sind sie zu viele, gibt es unruhiges Wasser und viele hohe Wellen. Dann wird es laut und hektisch. In der Werbebranche zum Beispiel gibt es viele Bugwellen. Dementsprechend scheinen Spots im abendlichen TV-Programm oft nur laut und schrill, um die anderen zu übertrumpfen mit dem klassischen höher-schneller-weiter-Prinzip. Wer die höchsten Wellen schlägt, gewinnt.

Kielwasser

Also lieber brav ins Kielwasser und sich nichts vorwerfen lassen können. Darauf achten, dass der Kurs gehalten wird, die Fahrt gleichmäßig verläuft und nichts aus der Reihe tanzt. Hängen im Kielwasser jedoch zu viele, beginnen sie ihrerseits, dem Schiffsführer den Kurs vorzuschreiben. Nicht so schnell bitte, alle wollen hinterher kommen, nicht so viel Bugwelle bitte, die erschlägt ja alles. Gleichzeitig wollen Sie aber auch Wasserski fahren.

Unternehmer

In einigen Branchen ist das Verhältnis zwischen Bugwellen und Kielwasser arg durcheinander. In den letzten Jahren gab es einige Unternehmen, auch ganze Branchen, die in voller Fahrt unterwegs waren, übermotorisiert und nahezu dazu einluden, mitzukommen. In dieser Zeit wird kontrolliert, warum der Treibstoffverbrauch auch bei der geringeren Ladung nicht abnimmt und dann werden einfach die Taue gekappt.

Die Bugwellen nutzen die derzeitige Pause zum Tanken, für einen kurzen Werftbesuch, zum Bunkern von Nahrungsmitteln und Wasser und zur Schulung der Mannschaft – um bald wieder in See zu stechen. Gut vorbereitet, eventuell mit neuen Routen.

Verwalter

In ganzen Branchen kann man beobachten, dass ein gesundes Management in guten Zeiten aus Angst vor zu vielen Bugwellen ausgetauscht wurde: Gegen eine Verwaltung des Tagesgeschäftes. Eine Verwaltung kann aber nur das, was ihr Name schon aussagt: Verwalten. In vielen Unternehmen ist es an der Tagesordnung, für jede noch so banale Idee tausend Gründe dagegen zu suchen, warum sie hier, heute und in diesem Betrieb ohnehin nicht funktioniert, statt den einfachsten und offensichtlichsten Weg zu nehmen: Es einfach zu versuchen.

Wer seine Struktur selbst nicht erneuert, bei dem erneuert der Kunde. Da kann man sich in das Kielwasser des Kunden werfen und ihm dienlich hinterher schwimmen. Oder aber selbst Kurs aufnehmen. Dafür aber bestimmen, wo es lang läuft und das machen, was man selbst für richtig hält. Märkte kann man bedienen, man kann sie auch mitgestalten – man kann auch Märkte machen.

Ein überragendes Beispiel hierfür ist Apple. Im PC Markt präsentieren sich tausende von Anbietern, die irgendwie scheinbar alle das gleiche machen. Sie produzieren Produkte, die sich kaum voneinander unterscheiden – eine graue Masse. Mit diesem Kurs können sie nur laut um Hilfe schreien. In der Realität heißt dieser Hilferuf PREIS.

Bei Unternehmen wie Apple heißt es iPod statt MP3 Player, iPhone statt Handy und iMac statt Computer. Apple setzt damit immer wieder neue Maßstäbe, die auch die Ausrichtung der anderen wesentlich bestimmen.

Ich frage mich, warum so viel Energie darauf verwendet wird, ständig alten Ballast mit sich zu tragen und so wenige Unternehmen sich im Klaren darüber werden, welche Position sie inne haben und auf welcher Position sie wahr genommen werden. Um dann vielleicht einen völlig neuen Kurs zu überlegen. Und damit in neues Fahrwasser zu gelangen, statt das gleiche immer wieder zu benutzen. Neue Kurse sind verunsichernd – für die im Kielwasser. Siehe FROSTA nach deren Kurswechsel. Aber dafür langfristig erfolgreich.

Fazit: Bestimmt von Zeit zu Zeit Ihren Kurs und nehmt Fahrt auf. Werdet Bugwelle statt Kielwasser.

 

Weiterlesen

HVV – Bus und Bahn auf dem Weg in den Wahn?

HVV - Bus und Bahn im Wahn
HVV – Bus und Bahn im Wahn

Seit einer guten Woche grenzt es schon an Bedrängung und Belästigung, sich in jeder Zeitung, im TV, im Radio und eigentlich überall mit der angekündigten Großkontrolle – dem Prüfmarathon – zu beschäftigen.

Die Argumente sind denen des Blitzmarathons nicht unähnlich – die Menschen haben angeblich durch diese Aktion die Möglichkeit, über sich und ihr Verhalten nachzudenken, inne zu gehen – das gesamte Thema der Erschleichung wird stärker ins Bewusstsein der Gesellschaft gebracht.

Seit Montag, wo gerade mal 150 Kontrolleure im Einsatz waren, gibt es die Erfolgsgeschichten – wie viel Geld für Präsentationen und Pressearbeit da wohl eingesetzt wurde, lasse ich als Frage offen. Fakt ist, dass viele Menschen am Sonntag und Dienstag minderbeticket mit der Bahn durch Hamburg fahren konnten – immerhin mussten die Prüfer sich ja vorbereiten oder erholen.

Zum Artikel im Abendblatt: HVV – Bus und Bahn auf dem Weg in den Wahn?

Ja, genau – wir wir alle in der Schule oder zu Hause nach einer „Geh in die Ecke und denke über Dein Verhalten nach“ – alternativ auch „auf Dein Zimmer“ sofort reuig wurden. Oder bei dem Hinweis, dass Zigaretten eventuell doch nicht wissenschaftlich erwiesen dem Aufbau und Stärkung des Immunsystems dienen.

Ich selbst bin als täglicher Nutzer genau 4 Mal kontrolliert worden – in 23 Jahren. Dabei fahre ich so regelmäßig, dass ich doch eigentlich irgendwann dran sein müsste, zumal ich weder außen wohne noch arbeite. Nichts.

Statt dessen wir jede Prüfung größer. Statt wie früher 3 Mann tauchen heute gleich 7 Menschen auf – damit bloß keiner durch die lappen geht. Das Wort der Einzelfallgerechtigkeit macht die Runde. Warum? Soll doch mal einer durchrutschen, wenn die Zahl der Kontrollen dadurch verdoppelt werden kann.

Jetzt werden Zivilfahnder als neue Option angepriesen: Die gab es schon immer – wenngleich nicht zu verleugnen ist, dass man den Prüfer als Mensch oft leicht erkennen kann – ob in Uniform oder neutral.

Wo bleibt der Pragmatismus an der Sache – viele kleine Kontrollen ohne Drumherum und dabei den Fahrgast gleichzeitig die beiden Gefühle geben, dass andere nicht auf seine Kosten kommen und er dennoch nicht belästigt wird durch zu viele oder zu enge Kontrollen.

Denn wer wartet schon morgens an meist hässlichen Bahnsteigen gerne noch eine zusätzliche Viertelstunde, bis er seine Fahrkarte zeigen darf? Oder hat Lust, sich jeden Tag stören zu lassen. Pragmatismus hat viel mit Mittelmaß zu tun.

Von 20 Millionen ist die Rede, die fehlen. Ich vermute Hochrechnungen – denn gleichzeitig ist ja die Frage, warum aus Kostengründen nicht mehr kontrolliert wird. Mehr heißt öfter mit kleineren Trupps und unterschiedlichen Stellen. Um genaue Zahlen zu bekommen, müsste der HVV wissen, wo wer wann schwarz fährt – dann würde es ja reichen, wenn ein zweiköpfiges Team rausfährt und die Bagaluten rausholt 😀

Ich habe mal gelernt, Dinge in Relationen zu setzen. Zwanzig Mio. werden als Zahl als erschreckend, nicht begreifbar wahrgenommen. Sicherlich sind noch nicht mal alle Leser in Ihrem Leben auch nur in die Nähe eines Menschen gekommen, der zwanzig Millionen jemals auf seinem Konto hatte. 2012 waren es laut Statistik-Amt 692,4 Mio Entgelt durch Fahrkartenverkauf – das sind keine 3% Verlust durch Schwarzfahrer, wenn die Zahl von 20 Mio. angenommen wird. Von den erwischten Fahrgästen haben nicht wenige eine Zeitkarte, die irgendwo rumliegt. Auch diese Menschen werden in die Statistiken eingerechnet. Also ist es noch weniger.

Die Frage ist doch eher: Welche Zahl als Verlust kann ich gelten lassen. 2012 wurde der Einstieg vorne in Bussen eingeführt – eine Zumutung in der Stadt, wenn man mehr als sein Handy mitzutragen hat. Die Umsätze steigen jedes Jahr um erfreuliche Zahlen.

Auch wenn angeblich 6 Millionen mehr eingenommen werden durch den Einstieg vorn: Die Steigerungen der Dauerkartenpreise lässt sich nicht beeinflussen. Tägliche Großkontrollen, Einstieg erst mit Fingerabdruck oder weitere Maßnahmen werden es nicht schaffen, die Zahl deutlich zu drücken. Der Gedanke, dass irgendwann die Preise stabil bleiben, wenn die Summe der Schwarzfahrer auf Null gesunken ist, ist so zaghaft wie der Glaube an einen Weltfrieden.

Was ist gegen eine Akzeptanz zu sagen? Ein Kaufmann kalkuliert einen gewissen Zahlungsausfall ein, ein Einzelhändler Schwund durch Diebstahl, ein Gemüsehändler Verderb (o.k. – manche nicht …), ein Arbeitgeber Krankheit, ein Vermieter Mietleerstand und Post und Bahn Streiks. Nein, es ist kein Aufruf zur Ignoranz und Gleichgültigkeit – es freut jeden, unter die kalkulierte Summe zu kommen. Der Kaufmann mit der Möglichkeit der Lieferung auf Rechnung, nicht vorhandene Detektive, die an der Schulter kleben, frisches Obst und und und – das ist doch alles schöner als der verkrampfte Umgang mit Kontrollen.

In Wien kostet eine Jahreskarte für den Stadtbereich gerade einmal 365 Euro im Jahr – die Zahl der Schwarzfahrer ist stark gesunken, die Wiener fühlen sich bestätigt und wer bei Kontrollen erwischt wird, ist kein Held, sondern schlicht ein Depp, den man auslacht. Ausgelacht werden geht mehr an die Substanz als erwischt zu werden.

Die Gerechtigkeit hat gesiegt, der Staat hat seine Bürger im Griff und scheucht die gesellschaftsfernen Menschen weit weg. Zum Schluss einer der schönsten Filme zum Thema:

 

Weiterlesen

Udo Jürgens: Bademantel und Kamillentee

Udo Jürgens - Danke für Deine Lieder
Udo Jürgens – Danke für Deine Lieder

Wenn sich die Welt wehmütig an Dich erinnert und unglaublich viele Menschen unglaublich viele Bilder von Dir im Kopf haben – am Tage Deines Todes alle offen zugeben, doch irgendwie Fan von Dir gewesen zu sein …. dann hast Du Spuren hinterlassen.

Du hattest vor 2 Jahren mal gesagt, dass Dir, wenn Du an Dein Leben denkst, klar ist, dass Du sehr dankbar sein musst.

Am heutigen Tag habe ich unwahrscheinlich viele Gedanken von Menschen gelesen, die ihnen spontan in den Kopf kamen, als sie hörten, dass es Dich seit 16:35 Uhr nicht mehr gibt. Menschen bemerkten plötzlich, dass sie immer noch nicht in New York waren. Sie sehen Griechen durch Deinen Weggang wieder als Gastgeber und nicht als Gastarbeiter. Sie fragen sich, ob sie für und mit ihren Kindern auch so ein schönes Lied schreiben und singen können und ob sie ihre Dankbarkeit gegenüber den Menschen um sie herum nicht intensiver zeigen können.

Wie viele Feiern wären ohne Dich nicht so rund gewesen? Hast Du nicht den Umgang mit den spießigen Nachbarn nicht leichter gemacht – den Zustand, alt zu sein und in Rente zu gehen, nicht etwas einfacher? Die dicken Tanten in den Kaffees wirkten mit Deinen Melodien im Ohr selbst für ein Kind nicht mehr bedrohlich und später zeigtest Du, dass Gaby im Park doch mehr war als die 17jährige Blonde ….

Danke für Deine Lieder – es war immer schön mit Dir.

Weiterlesen

Matratzen-Marketing – geschickt oder genial?

Matratzen-Marketing
Matratzen-Marketing

Gestern am Winterhuder-Markt gesehen und immer noch nicht ganz verstanden: Geschicktes Matratzen-Marketing mit Erwähnung von Mehrwert und Zusatznutzen, einfache Guerilla-Marketing für eine freischaffende Schwalbe ohne Bordstein oder gezieltes Cross-Marketing zwischen Produkt und Dienstleistung?

Weiterlesen

Nun ist Schluss!!!

Heute vor sieben Jahren hab ich mit ihr Schluss gemacht. Es war ein gravierender Einschnitt in mein Leben, es hat weh getan, aber es musste sein. Sie passte einfach nicht mehr in mein Leben – sie hat mich viel Geld gekostet, viel Zeit und zu viele Nerven.

Aber schön war die Zeit mit ihr doch. Damals, als ich sie kennen lernte – vor dreißig Jahren – war es eher etwas flüchtiges. Aber da war immer dieses „mehr“ – sie war nicht wie die braven Mädchen, die nach der Schule zum Geigen- oder Flöten-Unterricht gingen. Als sie zum ersten Mal meine Lippen berührte, da war es: So ein Rauschen im Blut, ein schwindeliges Gefühl im Kopf …

Sie wollte immer mehr und ich habe es am Anfang nur als lockerer Affaire gesehen – wenn sich was richtiges findet, so dachte ich, mach ich mit ihr Schluss. Doch sie blieb. Sie war immer bei mir, sie war Teil von mir – wenn ich feierte, wenn ich traurig war, selbst, wenn ich alleine sein wollte, war sie bei mir und half mir beim alleine sein.

Sie hat Kraft gekostet – auch, weil sie immer dabei sein musste. Mal schnell um die Ecke? Ging nicht. Ich musste immer erst warten, dass sie mitkommt. Sport mochte sie nicht so gerne und Flüge auch nicht. Natürlich habe ich Rücksicht genommen – bei der Arbeit war es schon schwerer: Sie mochte doch sehr gerne Pausen. Kurz mal raus, muss ja nicht jeder sehen, im Hof im Busch oder schnell auf Toilette – ja, alles war möglich, aber es wurde zur lästigen Pflicht.

Sie übernahm mein Leben, bestimmte, wo es lang ging, was ich mache und mit wem ich mich treffe – wenn sie nicht mitdurfte, war sie wütend und störte mich mit kleinen Botschaften, dass sie beleidigt sei, nicht mit dabei sein zu dürfen – ich konnte oft an nichts anderes denken als an sie.

Es haben mir viele Menschen gesagt, dass sie nichts für mich ist, ich doch was anderes suchen soll (andere Mütter haben ….) oder lieber alleine bleiben soll als mit der … auch nur einen weiteren Tag zu verschwenden. Ich konnte mir ein Leben ohne sie nicht vorstellen, auch wenn sie mich oft nervte und mich störte. Ich mochte sie nicht mehr. Ihr Geruch, ihr Aussehen, einfach alles. Mir war manchmal sogar peinlich, wenn man uns zusammen sah, wie wir abends ausgingen oder an Wochenenden durch die Stadt gingen. Einmal hat uns der Hausmeister eines Hotels fast erwischt, als wir nachts am offenen Fenster – ja, ich war froh, dass es die Zimmernummer nicht rausbekommen hat.

Doch dann kam der Tag, wo ich es schafft, ihr zu sagen, dass es nichts mehr wird mit uns, wir fortan getrennte Wege gehen müssen. Natürlich hat sie sich gewunden – wir könnten doch noch …. und mit mehr Zeit für mich … sie gibt mir mehr Freiheit …. und so weiter.

Aber ich blieb hart. Die erste Zeit war grausam, ständig war ihr Bild in meinem Kopf: An jeder Straßenecke, beim Aufstehen, beim Schlafengehen, sogar nachts wurde ich wach und musste an sie denken, daran, ob es nicht doch besser wäre, wenn …. und festzustellen, das ich hart bleiben muss.

Heute denke ich gerne an sie zurück. Es war halt unsere Zeit. Ich möchte sie nicht vermissen, ich freue mich, dass sie meine Begleiterin war über 23 Jahre mit allen Hochs und Tiefs. Darum sage ich hier offen einfach danke für die ganzen Jahre und auch danke, dafür, dass Du mir nach einiger Zeit mein neues Leben gegönnt hast.

Du Zigarette.

Weiterlesen

Ich hatte eine Idee

Ich hatte eine Idee
Ich hatte eine Idee

Es war 2005 – ich hatte eine Idee und wollte diese verwirklichen. Ich sprach mit anderen Menschen. Und jeder sagte etwas anderes.

Der Banker meinte, ich bräuchte einen Businessplan, dann würde ich Erfolg haben. Ein Designer meinte, ich bräuchte ein Logo, dann würde ich Erfolg haben.

Ein Grafiker meinte, ich bräuchte eine Imagebroschüre, dann würde ich Erfolg haben.

Ein Versicherungsmakler sagte, ich bräuchte Absicherungen, dann würde ich Erfolg haben.

Ein online-Marketeer meinte, ich bräuchte eine Homepage, dann würde ich Erfolg haben.

Ein Steuerberater meinte, ich bräuchte eine Liquiditätsplanung, dann würde ich Erfolg haben.

Ein Anwalt meinte, ich bräuchte ein rechtssicheres Impressum und AGB, dann würde ich Erfolg haben.

Ein Personalberater meinte, ich bräuchte gute Mitarbeiter, dann würde ich Erfolg haben.

Ein Caterer meinte, ich bräuchte eine gute Kaffeemaschine, dann würde ich Erfolg haben.

Nach meiner Idee fragte mich keiner ….

Weiterlesen

Am Ende der Party ….

Punks ins Parlament – die Idee hat für mich etwas wie Kinder an die Macht. In Island ist es Wirklichkeit geworden. Das schönste an diesem Artikel ist jedoch, wie die Energie-Werke aufgeräumt werden: „… Ich war Barkeeper und habe Erfahrung: Am Ende der Party musst Du die Aschenbecher ausleeren ….“

Ich würde noch hinzufügen: Und die Flaschen entsorgen …. und frage mich seitdem, ob diese Aschenbecher nicht einfach auch woanders nur entleert werden müssen und wer den Zigarettenkippen das Gefühl geben darf, das Recht zu haben, sich gegen die Entsorgung zu wehren ….

http://www.tagesanzeiger.ch/ausland/europa/Mehr-Punk-weniger-Hoelle-/story/25977893

Weiterlesen