Bugwelle und Kielwasser

Bugwelle und Kielwasser
Bugwelle und Kielwasser

Wenn ein Schiff das Wasser teilt, entsteht vorn die Bugwelle mit schäumender Gischt und hinten das Kielwasser, relativ glatt und leise gurgelnd – jedoch mit einem gefährlichen, fast unsichtbaren Sog. Die Wirtschaft ist mit Ihren Menschen recht ähnlich. Es gibt Macher, angestellt oder selbständig, die mit Schwung und Dynamik immer wieder neue Wellen schlagen und es gibt solche, die sich lieber hinten anhängen und sich im Kielwasser mitziehen lassen

Bugwelle

Bugwellen drängen nach vorne, sie sind für Neues gut. Sie hinterfragen nicht, ob ihr Handeln richtig sein könnte, sie setzen es einfach um. Sie sind Motor. Sind sie zu viele, gibt es unruhiges Wasser und viele hohe Wellen. Dann wird es laut und hektisch. In der Werbebranche zum Beispiel gibt es viele Bugwellen. Dementsprechend scheinen Spots im abendlichen TV-Programm oft nur laut und schrill, um die anderen zu übertrumpfen mit dem klassischen höher-schneller-weiter-Prinzip. Wer die höchsten Wellen schlägt, gewinnt.

Kielwasser

Also lieber brav ins Kielwasser und sich nichts vorwerfen lassen können. Darauf achten, dass der Kurs gehalten wird, die Fahrt gleichmäßig verläuft und nichts aus der Reihe tanzt. Hängen im Kielwasser jedoch zu viele, beginnen sie ihrerseits, dem Schiffsführer den Kurs vorzuschreiben. Nicht so schnell bitte, alle wollen hinterher kommen, nicht so viel Bugwelle bitte, die erschlägt ja alles. Gleichzeitig wollen Sie aber auch Wasserski fahren.

Unternehmer

In einigen Branchen ist das Verhältnis zwischen Bugwellen und Kielwasser arg durcheinander. In den letzten Jahren gab es einige Unternehmen, auch ganze Branchen, die in voller Fahrt unterwegs waren, übermotorisiert und nahezu dazu einluden, mitzukommen. In dieser Zeit wird kontrolliert, warum der Treibstoffverbrauch auch bei der geringeren Ladung nicht abnimmt und dann werden einfach die Taue gekappt.

Die Bugwellen nutzen die derzeitige Pause zum Tanken, für einen kurzen Werftbesuch, zum Bunkern von Nahrungsmitteln und Wasser und zur Schulung der Mannschaft – um bald wieder in See zu stechen. Gut vorbereitet, eventuell mit neuen Routen.

Verwalter

In ganzen Branchen kann man beobachten, dass ein gesundes Management in guten Zeiten aus Angst vor zu vielen Bugwellen ausgetauscht wurde: Gegen eine Verwaltung des Tagesgeschäftes. Eine Verwaltung kann aber nur das, was ihr Name schon aussagt: Verwalten. In vielen Unternehmen ist es an der Tagesordnung, für jede noch so banale Idee tausend Gründe dagegen zu suchen, warum sie hier, heute und in diesem Betrieb ohnehin nicht funktioniert, statt den einfachsten und offensichtlichsten Weg zu nehmen: Es einfach zu versuchen.

Wer seine Struktur selbst nicht erneuert, bei dem erneuert der Kunde. Da kann man sich in das Kielwasser des Kunden werfen und ihm dienlich hinterher schwimmen. Oder aber selbst Kurs aufnehmen. Dafür aber bestimmen, wo es lang läuft und das machen, was man selbst für richtig hält. Märkte kann man bedienen, man kann sie auch mitgestalten – man kann auch Märkte machen.

Ein überragendes Beispiel hierfür ist Apple. Im PC Markt präsentieren sich tausende von Anbietern, die irgendwie scheinbar alle das gleiche machen. Sie produzieren Produkte, die sich kaum voneinander unterscheiden – eine graue Masse. Mit diesem Kurs können sie nur laut um Hilfe schreien. In der Realität heißt dieser Hilferuf PREIS.

Bei Unternehmen wie Apple heißt es iPod statt MP3 Player, iPhone statt Handy und iMac statt Computer. Apple setzt damit immer wieder neue Maßstäbe, die auch die Ausrichtung der anderen wesentlich bestimmen.

Ich frage mich, warum so viel Energie darauf verwendet wird, ständig alten Ballast mit sich zu tragen und so wenige Unternehmen sich im Klaren darüber werden, welche Position sie inne haben und auf welcher Position sie wahr genommen werden. Um dann vielleicht einen völlig neuen Kurs zu überlegen. Und damit in neues Fahrwasser zu gelangen, statt das gleiche immer wieder zu benutzen. Neue Kurse sind verunsichernd – für die im Kielwasser. Siehe FROSTA nach deren Kurswechsel. Aber dafür langfristig erfolgreich.

Fazit: Bestimmt von Zeit zu Zeit Ihren Kurs und nehmt Fahrt auf. Werdet Bugwelle statt Kielwasser.

 

Meine lieben Freunde von DHL II

Wisst Ihr noch, dass das noch gar nicht so lange her ist, dass ich Euch geschrieben habe? Ihr müsst mal überlegen, was das eigentlich bedeutet, wenn ein Kunde von Euch sich extra die Mühe gibt, Euch zu schreiben?

Ich hab bei meinem letzten Posting ja keine Antwort erhalten – o.K., der Mitarbeiter für Social Media hat brav geantwortet und gut war. Aber er hat sich nicht gekümmert. Euer Bedauern brauche ich nicht. Ich möchte lieber, dass Ihr so arbeitet, dass Ihr mich nicht bedauern müsst.

Die Sache mit dem Ablagevertrag. Kriegen wir das hin?

Ich erzähle noch mal, worum es geht. Ich habe übrigens aus den letzten zwei Jahren schon 83 (!) Bearbeitungsnummern. Und ich halte tapfer weiter durch – will doch nur Pakete bekommen für mein Geld. Übrigens oft Vorkasse und teils verderbliche Ware. Aber das nur am Rande.

Ich bin Paketempfänger wie Millionen von anderen auch. Da erhebe ich auch keinen Anspruch auf ein Alleinstellungsmerkmal. Weil ich ab und zu Pakete mit Euch versende, bekam ich das Angebot einer Niederlegung von Zustellungen an einem Wunschort – einen sogenannten Ablagevertrag.

Ab und zu klappte das auch ganz gut. Ich konnte bei vielen Unternehmen bestellen, die DHL als Versandpartner angeben und weiß immer, dass die Pakete an dem zwischen uns vereinbarten Ort liegen …

… wenn nicht …. und jetzt kommt es, leider. Wenn nicht immer wieder neue Zusteller gar nicht wissen, was ein Ablagevertrag ist. Ich habe so oft eine erneute Zustellung beantragt, so oft angerufen, um den Fehler zu finden bei Euch im System. Vergeblich.

Nun auch der aktuelle Fall. Ich hoffe, es verstößt nicht gegen den Datenschutz, wenn ich meine Daten hier angebe. Hier ist die PDF des Lebenslaufs.

Meine lieben Freunde von DHL – Teil II

Guckt mal – da steht Auftrag zur zweiten Zustellung wurde eingeleitet, dann lange nichts und dann die Rücksendung. Da muss doch irgendjemand stutzig werden. Und nein, ich weiß, dass Ihr ganz viele Pakete befördert. Ich meine einfach nur die Menschen, die die Pakete anfassen. Der Zusteller, der Filialmitarbeiter und der Rücksender – oder haben die alle das Gehirn auf Dämmerschlaf?

Nein, bitte seht mich nicht als Hausmeister, der aus lauter Langeweile Falschparker aufschreibt und bei DHL/Post reklamiert. Ich genieße nämlich meine Zeit ohne Euch ganz gut.

Bin ich so naiv, anzunehmen, dass sich mal was ändern wird? Dass ich mit einem Anruf mal einen richtigen Mitarbeiter erwische, der beim Schichtführer in der Plöner Straße anruft und Bescheid sagt, dass da immer wieder an der gleichen Adresse das gleiche Problem ist?

Oder sogar jemand dabei ist, der mal fragt, wie man das System ändern kann. Denn wieso kann der Zusteller dann einfach mit dem Paket zurückfahren zu Basis? Warum piepst sein Gerät nicht, wieso wird es nicht heiß oder schickt Stromstöße? Warum erwartet ihn nicht ein zorniger Vorgesetzter und zwingt ihn, dass Paket nach Feierabend zuzustellen?

Aber das war ein Irrtum, solche Mitarbeiter sitzen nicht am Telefon und die, die am Telefon sitzen, dürfen wahrscheinlich nach oben keine Vorschläge machen. Ist nicht mein Problem, das ist Euer Problem.

 

Nun gut. Per Mail kommt auch keine Reaktion von Euch. Per Brief ändert sich auch nichts. Ich versuche es jetzt mit einem Blog. Mein liebes DHL-Tagebuch sollte es heißen. Aber dann hab ich doch gedacht, wir kriegen das hin.

Das ist jetzt der zweite Eintrag. Und weiter liegt es an Euch, was Ihr draus macht und wie groß der Blog wird …

Ich mag Euch aber immer noch – wir kriegen das schon hin

Meine lieben Freunde von DHL

Meine lieben Freunde von DHL
Meine lieben Freunde von DHL

Es ist mal wieder soweit, ich bin nicht wirklich zufrieden. Nein, nicht wegen des Streiks, sondern wegen dem Alltag bei Euch. Ja, ich bin es wieder – Eure Mensch in der Kategorie ewig unzufriedener Kunde.

Dabei muss das doch nicht sein. Wir haben oft genug über unser Problem gesprochen und alle Eure Mitarbeiter haben versprochen, sich vollumfänglich der Sache anzunehmen. Im Laufe der Jahre hat sich sogar das QM in Bonn bemüht und ich habe sogar einmal Post vom Chef bekommen – mit der Versicherung, dass sich um mich gekümmert wird und als Entschuldigung hat er einen Gutschein für einen Paketversand innerhalb Deutschlands beilegen lassen. Die Unterschrift war gedruckt – aber die Geste ist wichtig, so viel will ich auch nicht. Lieber jemand vor Ort, der den Zusammenhang erkennt.

DHL – quo vadis?

Aber ja, Ihr habt recht. Ihr wisst ja gar nicht, wer ich bin und warum ich Euch anschreibe – obendrein so plump vertraulich per Du. Das gönne ich mir nach den ganzen Jahren mit Euch mal. Immerhin ist das Unternehmen rheinländischer Natur und da wird das ja eh locker gesehen – so wurden zumindest Deine Mitarbeiter beschrieben. Aber da kenne ich mich nicht aus und auf Gerüchte gebe ich nicht so viel.

Ich bin Paketempfänger wie Millionen von anderen auch. Da erhebe ich auch keinen Anspruch auf ein Alleinstellungsmerkmal. Weil ich ab und zu Pakete mit Euch versende, bekam ich das Angebot einer Niederlegung von Zustellungen an einem Wunschort – einen sogenannten Ablagevertrag. Schade seinerzeit, dass die Menschen vom Marketing vergessen haben, die Mitarbeiter mit den gelben Autos auch zu informieren – aber das habe ich dann schnell gemacht.

Ab und zu klappte das auch ganz gut. Ich konnte bei vielen Unternehmen bestellen, die DHL als Versandpartner angeben und weiß immer, dass die Pakete an dem zwischen uns vereinbarten Ort liegen …

DHL und die Callcenter

… wenn nicht …. und jetzt kommt es, leider. Wenn nicht immer wieder neue Zusteller gar nicht wissen, was ein Ablagevertrag ist. Ich habe mich über 50 mal bei Euch beschweren müssen. Ja, ich war so naiv, anzunehmen, dass der Anruf bei Euch wirklich Wirkung hat. Im Laufe unserer Partnerschaft – ich mag fast von einer Ehe reden – haben mir Insider dann auch gesagt, dass ich eine Vorgangsnummer erfragen muss, sonst würde der Fall gar nicht erst aufgenommen.

Ich hab dann angefangen, Briefe zu schreiben. Das hat schon Muddi damals geschworen, als ich noch Kind war. Wenn Du nicht sprechen kannst wegen Problemen, weil Du nicht zu Wort kommst (oder die richtigen nicht erreichen kannst), dann schreibe einen Brief. Ich glaube, Muddi hatte recht …

Ja, es haben sogar Menschen von Euch angerufen. Sie waren betroffen, verstanden meinen Zorn und baten um Verständnis. Hab ich, ehrlich. Nur tat sich immer noch nichts und bei jeden zweiten bis dritten Paket erhielt ich einige Tage später eine Benachrichtigung. Also nicht immer. Manchmal wusste ich auch, dass ein Paket kommt und dann habe ich live verfolgen können, wie das Elend seinen Lauf nahm.

Gut, ich verstehe Euch nicht wirklich – mittlerweile habt Ihr es geschafft, dass bei den Zustellern ABLAGEVERTRAG oder WUNSCHORT auf den Geräten steht. Seit Anfang an steht das auf den Aufklebern der Versender, wenn die an mich schicken und sogar an meiner Tür, gleich zweimal: An der Klingel und am Briefkasten. Aber warum die das ignorieren, weiß ich immer noch nicht. Wir könnten auch in die Diskussion über die Gehälter reden, aber das bringt nichts. Jeder weiß, dass man bei Menschen, die nicht viel verdienen, nicht viel Einsatz erwarten kann.

Aber wieso kann der Zusteller dann einfach mit dem Paket zurückfahren zu Basis? Warum piepst sein Gerät nicht, wieso wird es nicht heiß oder schickt Stromstöße? Warum erwartet ihn nicht ein zorniger Vorgesetzter und zwingt ihn, dass Paket nach Feierabend zuzustellen?

Da gibt es sicherlich viele Gründe – aber keinen, den ich verstehe. Ich mag nur nicht mehr anrufen bei Euch. Das ist jedes Mal eine gute viertel Stunde, bis ich jemanden erwische, der mir keine Auskunft geben kann. Die Menschen sind besorgt und haben volles Verständnis für meine Situation und meine Verärgerung. Apropos: Holt Euch mal einen neuen Trainer, die Begriffe sind 80er …

Dann passiert doch ohnehin nichts. Bei dem Paket oben, da hab ich angerufen. Um vier Tage später festzustellen, dass es nicht umgeleitet wurde, wie vom freundlichen Herrn versprochen, sondern eine solche Aktion gar nicht stattgefunden hat. Das Klappern der Tastatur – und da könnt Ihr glücklich sein, dass Ihr das einzige Unternehmen seid, wo ich bei Beschwerden darauf achte, dass die Tastatur klappert – könnte auch auf Spiele oder dergleichen zurückzuführen sein. Das weiß ich nicht – das mit dem Erfragen der Bearbeitungsnummer habe ich erst jetzt erfahren …..

Nun gut. Per Mail kommt auch keine Reaktion von Euch. Per Brief ändert sich auch nichts. Ich versuche es jetzt mit einem Blog. Mein liebes DHL-Tagebuch sollte es heißen. Aber dann hab ich doch gedacht, wir kriegen das hin. Ihr habt damit „nur“ einen Eintrag in meinem Blog und doch keinen eigenen. Jetzt liegt es an Euch, was Ihr draus macht und wie groß der Blog wird …

Ich mag Euch aber immer noch – wir kriegen das schon hin.

HVV – Bus und Bahn auf dem Weg in den Wahn?

HVV - Bus und Bahn im Wahn
HVV – Bus und Bahn im Wahn

Seit einer guten Woche grenzt es schon an Bedrängung und Belästigung, sich in jeder Zeitung, im TV, im Radio und eigentlich überall mit der angekündigten Großkontrolle – dem Prüfmarathon – zu beschäftigen.

Die Argumente sind denen des Blitzmarathons nicht unähnlich – die Menschen haben angeblich durch diese Aktion die Möglichkeit, über sich und ihr Verhalten nachzudenken, inne zu gehen – das gesamte Thema der Erschleichung wird stärker ins Bewusstsein der Gesellschaft gebracht.

Seit Montag, wo gerade mal 150 Kontrolleure im Einsatz waren, gibt es die Erfolgsgeschichten – wie viel Geld für Präsentationen und Pressearbeit da wohl eingesetzt wurde, lasse ich als Frage offen. Fakt ist, dass viele Menschen am Sonntag und Dienstag minderbeticket mit der Bahn durch Hamburg fahren konnten – immerhin mussten die Prüfer sich ja vorbereiten oder erholen.

Zum Artikel im Abendblatt: HVV – Bus und Bahn auf dem Weg in den Wahn?

Ja, genau – wir wir alle in der Schule oder zu Hause nach einer „Geh in die Ecke und denke über Dein Verhalten nach“ – alternativ auch „auf Dein Zimmer“ sofort reuig wurden. Oder bei dem Hinweis, dass Zigaretten eventuell doch nicht wissenschaftlich erwiesen dem Aufbau und Stärkung des Immunsystems dienen.

Ich selbst bin als täglicher Nutzer genau 4 Mal kontrolliert worden – in 23 Jahren. Dabei fahre ich so regelmäßig, dass ich doch eigentlich irgendwann dran sein müsste, zumal ich weder außen wohne noch arbeite. Nichts.

Statt dessen wir jede Prüfung größer. Statt wie früher 3 Mann tauchen heute gleich 7 Menschen auf – damit bloß keiner durch die lappen geht. Das Wort der Einzelfallgerechtigkeit macht die Runde. Warum? Soll doch mal einer durchrutschen, wenn die Zahl der Kontrollen dadurch verdoppelt werden kann.

Jetzt werden Zivilfahnder als neue Option angepriesen: Die gab es schon immer – wenngleich nicht zu verleugnen ist, dass man den Prüfer als Mensch oft leicht erkennen kann – ob in Uniform oder neutral.

Wo bleibt der Pragmatismus an der Sache – viele kleine Kontrollen ohne Drumherum und dabei den Fahrgast gleichzeitig die beiden Gefühle geben, dass andere nicht auf seine Kosten kommen und er dennoch nicht belästigt wird durch zu viele oder zu enge Kontrollen.

Denn wer wartet schon morgens an meist hässlichen Bahnsteigen gerne noch eine zusätzliche Viertelstunde, bis er seine Fahrkarte zeigen darf? Oder hat Lust, sich jeden Tag stören zu lassen. Pragmatismus hat viel mit Mittelmaß zu tun.

Von 20 Millionen ist die Rede, die fehlen. Ich vermute Hochrechnungen – denn gleichzeitig ist ja die Frage, warum aus Kostengründen nicht mehr kontrolliert wird. Mehr heißt öfter mit kleineren Trupps und unterschiedlichen Stellen. Um genaue Zahlen zu bekommen, müsste der HVV wissen, wo wer wann schwarz fährt – dann würde es ja reichen, wenn ein zweiköpfiges Team rausfährt und die Bagaluten rausholt 😀

Ich habe mal gelernt, Dinge in Relationen zu setzen. Zwanzig Mio. werden als Zahl als erschreckend, nicht begreifbar wahrgenommen. Sicherlich sind noch nicht mal alle Leser in Ihrem Leben auch nur in die Nähe eines Menschen gekommen, der zwanzig Millionen jemals auf seinem Konto hatte. 2012 waren es laut Statistik-Amt 692,4 Mio Entgelt durch Fahrkartenverkauf – das sind keine 3% Verlust durch Schwarzfahrer, wenn die Zahl von 20 Mio. angenommen wird. Von den erwischten Fahrgästen haben nicht wenige eine Zeitkarte, die irgendwo rumliegt. Auch diese Menschen werden in die Statistiken eingerechnet. Also ist es noch weniger.

Die Frage ist doch eher: Welche Zahl als Verlust kann ich gelten lassen. 2012 wurde der Einstieg vorne in Bussen eingeführt – eine Zumutung in der Stadt, wenn man mehr als sein Handy mitzutragen hat. Die Umsätze steigen jedes Jahr um erfreuliche Zahlen.

Auch wenn angeblich 6 Millionen mehr eingenommen werden durch den Einstieg vorn: Die Steigerungen der Dauerkartenpreise lässt sich nicht beeinflussen. Tägliche Großkontrollen, Einstieg erst mit Fingerabdruck oder weitere Maßnahmen werden es nicht schaffen, die Zahl deutlich zu drücken. Der Gedanke, dass irgendwann die Preise stabil bleiben, wenn die Summe der Schwarzfahrer auf Null gesunken ist, ist so zaghaft wie der Glaube an einen Weltfrieden.

Was ist gegen eine Akzeptanz zu sagen? Ein Kaufmann kalkuliert einen gewissen Zahlungsausfall ein, ein Einzelhändler Schwund durch Diebstahl, ein Gemüsehändler Verderb (o.k. – manche nicht …), ein Arbeitgeber Krankheit, ein Vermieter Mietleerstand und Post und Bahn Streiks. Nein, es ist kein Aufruf zur Ignoranz und Gleichgültigkeit – es freut jeden, unter die kalkulierte Summe zu kommen. Der Kaufmann mit der Möglichkeit der Lieferung auf Rechnung, nicht vorhandene Detektive, die an der Schulter kleben, frisches Obst und und und – das ist doch alles schöner als der verkrampfte Umgang mit Kontrollen.

In Wien kostet eine Jahreskarte für den Stadtbereich gerade einmal 365 Euro im Jahr – die Zahl der Schwarzfahrer ist stark gesunken, die Wiener fühlen sich bestätigt und wer bei Kontrollen erwischt wird, ist kein Held, sondern schlicht ein Depp, den man auslacht. Ausgelacht werden geht mehr an die Substanz als erwischt zu werden.

Die Gerechtigkeit hat gesiegt, der Staat hat seine Bürger im Griff und scheucht die gesellschaftsfernen Menschen weit weg. Zum Schluss einer der schönsten Filme zum Thema:

 

Udo Jürgens: Bademantel und Kamillentee

Udo Jürgens - Danke für Deine Lieder
Udo Jürgens – Danke für Deine Lieder

Wenn sich die Welt wehmütig an Dich erinnert und unglaublich viele Menschen unglaublich viele Bilder von Dir im Kopf haben – am Tage Deines Todes alle offen zugeben, doch irgendwie Fan von Dir gewesen zu sein …. dann hast Du Spuren hinterlassen.

Du hattest vor 2 Jahren mal gesagt, dass Dir, wenn Du an Dein Leben denkst, klar ist, dass Du sehr dankbar sein musst.

Am heutigen Tag habe ich unwahrscheinlich viele Gedanken von Menschen gelesen, die ihnen spontan in den Kopf kamen, als sie hörten, dass es Dich seit 16:35 Uhr nicht mehr gibt. Menschen bemerkten plötzlich, dass sie immer noch nicht in New York waren. Sie sehen Griechen durch Deinen Weggang wieder als Gastgeber und nicht als Gastarbeiter. Sie fragen sich, ob sie für und mit ihren Kindern auch so ein schönes Lied schreiben und singen können und ob sie ihre Dankbarkeit gegenüber den Menschen um sie herum nicht intensiver zeigen können.

Wie viele Feiern wären ohne Dich nicht so rund gewesen? Hast Du nicht den Umgang mit den spießigen Nachbarn nicht leichter gemacht – den Zustand, alt zu sein und in Rente zu gehen, nicht etwas einfacher? Die dicken Tanten in den Kaffees wirkten mit Deinen Melodien im Ohr selbst für ein Kind nicht mehr bedrohlich und später zeigtest Du, dass Gaby im Park doch mehr war als die 17jährige Blonde ….

Danke für Deine Lieder – es war immer schön mit Dir.

Matratzen-Marketing – geschickt oder genial?

Matratzen-Marketing
Matratzen-Marketing

Gestern am Winterhuder-Markt gesehen und immer noch nicht ganz verstanden: Geschicktes Matratzen-Marketing mit Erwähnung von Mehrwert und Zusatznutzen, einfache Guerilla-Marketing für eine freischaffende Schwalbe ohne Bordstein oder gezieltes Cross-Marketing zwischen Produkt und Dienstleistung?

Nun ist Schluss!!!

Heute vor sieben Jahren hab ich mit ihr Schluss gemacht. Es war ein gravierender Einschnitt in mein Leben, es hat weh getan, aber es musste sein. Sie passte einfach nicht mehr in mein Leben – sie hat mich viel Geld gekostet, viel Zeit und zu viele Nerven.

Aber schön war die Zeit mit ihr doch. Damals, als ich sie kennen lernte – vor dreißig Jahren – war es eher etwas flüchtiges. Aber da war immer dieses „mehr“ – sie war nicht wie die braven Mädchen, die nach der Schule zum Geigen- oder Flöten-Unterricht gingen. Als sie zum ersten Mal meine Lippen berührte, da war es: So ein Rauschen im Blut, ein schwindeliges Gefühl im Kopf …

Sie wollte immer mehr und ich habe es am Anfang nur als lockerer Affaire gesehen – wenn sich was richtiges findet, so dachte ich, mach ich mit ihr Schluss. Doch sie blieb. Sie war immer bei mir, sie war Teil von mir – wenn ich feierte, wenn ich traurig war, selbst, wenn ich alleine sein wollte, war sie bei mir und half mir beim alleine sein.

Sie hat Kraft gekostet – auch, weil sie immer dabei sein musste. Mal schnell um die Ecke? Ging nicht. Ich musste immer erst warten, dass sie mitkommt. Sport mochte sie nicht so gerne und Flüge auch nicht. Natürlich habe ich Rücksicht genommen – bei der Arbeit war es schon schwerer: Sie mochte doch sehr gerne Pausen. Kurz mal raus, muss ja nicht jeder sehen, im Hof im Busch oder schnell auf Toilette – ja, alles war möglich, aber es wurde zur lästigen Pflicht.

Sie übernahm mein Leben, bestimmte, wo es lang ging, was ich mache und mit wem ich mich treffe – wenn sie nicht mitdurfte, war sie wütend und störte mich mit kleinen Botschaften, dass sie beleidigt sei, nicht mit dabei sein zu dürfen – ich konnte oft an nichts anderes denken als an sie.

Es haben mir viele Menschen gesagt, dass sie nichts für mich ist, ich doch was anderes suchen soll (andere Mütter haben ….) oder lieber alleine bleiben soll als mit der … auch nur einen weiteren Tag zu verschwenden. Ich konnte mir ein Leben ohne sie nicht vorstellen, auch wenn sie mich oft nervte und mich störte. Ich mochte sie nicht mehr. Ihr Geruch, ihr Aussehen, einfach alles. Mir war manchmal sogar peinlich, wenn man uns zusammen sah, wie wir abends ausgingen oder an Wochenenden durch die Stadt gingen. Einmal hat uns der Hausmeister eines Hotels fast erwischt, als wir nachts am offenen Fenster – ja, ich war froh, dass es die Zimmernummer nicht rausbekommen hat.

Doch dann kam der Tag, wo ich es schafft, ihr zu sagen, dass es nichts mehr wird mit uns, wir fortan getrennte Wege gehen müssen. Natürlich hat sie sich gewunden – wir könnten doch noch …. und mit mehr Zeit für mich … sie gibt mir mehr Freiheit …. und so weiter.

Aber ich blieb hart. Die erste Zeit war grausam, ständig war ihr Bild in meinem Kopf: An jeder Straßenecke, beim Aufstehen, beim Schlafengehen, sogar nachts wurde ich wach und musste an sie denken, daran, ob es nicht doch besser wäre, wenn …. und festzustellen, das ich hart bleiben muss.

Heute denke ich gerne an sie zurück. Es war halt unsere Zeit. Ich möchte sie nicht vermissen, ich freue mich, dass sie meine Begleiterin war über 23 Jahre mit allen Hochs und Tiefs. Darum sage ich hier offen einfach danke für die ganzen Jahre und auch danke, dafür, dass Du mir nach einiger Zeit mein neues Leben gegönnt hast.

Du Zigarette.

Ich hatte eine Idee

Ich hatte eine Idee
Ich hatte eine Idee

Es war 2005 – ich hatte eine Idee und wollte diese verwirklichen. Ich sprach mit anderen Menschen. Und jeder sagte etwas anderes.

Der Banker meinte, ich bräuchte einen Businessplan, dann würde ich Erfolg haben. Ein Designer meinte, ich bräuchte ein Logo, dann würde ich Erfolg haben.

Ein Grafiker meinte, ich bräuchte eine Imagebroschüre, dann würde ich Erfolg haben.

Ein Versicherungsmakler sagte, ich bräuchte Absicherungen, dann würde ich Erfolg haben.

Ein online-Marketeer meinte, ich bräuchte eine Homepage, dann würde ich Erfolg haben.

Ein Steuerberater meinte, ich bräuchte eine Liquiditätsplanung, dann würde ich Erfolg haben.

Ein Anwalt meinte, ich bräuchte ein rechtssicheres Impressum und AGB, dann würde ich Erfolg haben.

Ein Personalberater meinte, ich bräuchte gute Mitarbeiter, dann würde ich Erfolg haben.

Ein Caterer meinte, ich bräuchte eine gute Kaffeemaschine, dann würde ich Erfolg haben.

Nach meiner Idee fragte mich keiner ….

Am Ende der Party ….

Punks ins Parlament – die Idee hat für mich etwas wie Kinder an die Macht. In Island ist es Wirklichkeit geworden. Das schönste an diesem Artikel ist jedoch, wie die Energie-Werke aufgeräumt werden: „… Ich war Barkeeper und habe Erfahrung: Am Ende der Party musst Du die Aschenbecher ausleeren ….“

Ich würde noch hinzufügen: Und die Flaschen entsorgen …. und frage mich seitdem, ob diese Aschenbecher nicht einfach auch woanders nur entleert werden müssen und wer den Zigarettenkippen das Gefühl geben darf, das Recht zu haben, sich gegen die Entsorgung zu wehren ….

http://www.tagesanzeiger.ch/ausland/europa/Mehr-Punk-weniger-Hoelle-/story/25977893

Die Krankenkassen bei den Hörnern packen

Krankenkassen
Krankenkassen

Irgendwie werde ich das Gefühl nicht los, bei der Diskussion um die Finanzierung der Krankenkassen in einem riesigen Kino zu sitzen – deren Aufgabe ist es, mich zum Schmunzeln zu bringen. Oder ein gequältes Lächeln zu erwirken ….

Was nicht alles schuld ist an der Finanzierungslücke. Die steigenden Medikamentenpreise – ich sehe die Preise der frei verkäuflichen Medikamente und wundere mich, dass es nicht im staatlich geführten Markt etwas ähnliches gibt, bei der gleichzeitigen Frage, wo eigentlich die Ersparnisse durch die Verträge zwischen KK und Hersteller bleiben. Die Honorare der Ärzte können es ja auch nicht sein, glaubt man den Ärztekammern.

Die Gehälter sind schon oft diskutiert worden. Vorbei die Zeit, als Krankenkassen noch irgendwo ein Büro hatten in 2B Lage mit einfacher Ausstattung, wo die Leitung noch etwas weniger verdiente als „die in der freien Wirtschaft“, dafür aber auf ähnliche Sicherheit wie im öffentlichen Dienst setzen konnten. Mir ist noch die Mio. für irgendwas mit AOK im Ohr – warum wir bei Krankenkassenregionalvereinsstellen eigentlich vom Management gesprochen, wenn bloß verwaltet wird?

Bei Spendenorganisationen wurde schon öfters vorgeschlagen, den Verwaltungsaufwand zu nennen. Wäre das nicht eine Lösung auch für die Krankenkassen? Am Ende des Jahres werden die Immobilien, Gehälter, Werbeaufwendungen etc. zusammengefasst und in Relation zu den Mitgliedsbeiträgen gestellt? Als prozentual vergleichbare Zahl?

Es könnte Renner-Penner-Listen geben ähnlich den Telefontarifen. Oder ein Gesetz, nach dem der Mittelwert der drei spendierfreudigsten Kassen gleichzeitig die gesetzliche Obergrenze sind, über der die Kassen keine Zusatzbeiträge erheben dürfen. Oder Zuschüsse wegfallen.

Ist wahrscheinlich zu einfach …..